Mein Traum ging in Erfüllung

Aktualisiert: 4. Okt 2019

Kennst du diesen einen Traum? Der Traum, der seit Jahren in deinem Gehirn umher schwirrt und du dir immer erhoffst, dass er wahr wird? Mein Traum war es in einem Tierheim zu arbeiten - den Hunden zu helfen. Sei es mit meinen Fotos oder meiner bloßen Anwesenheit.


Nun hatte ich im Sommer 2018 mein Abitur gemacht und wusste nicht, was jetzt. Ich ging für einen Monat nach Mallorca, um etwas mehr Klarheit zu bekommen. Dort hatte ich ein paar wundervolle Shootings. Die meisten von denen waren Tierschutzhunde. Ich kam meinem Traum also näher.

Die Zeit verging und in meinem Kopf kam noch immer kein Plan zustande. Ich schrieb auf gut Glück ein paar Organisationen an. Es meldeten sich auch welche, aber die Sympathie war nicht vorhanden. Dann kam eine. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Sie schrieb mich an und meinte, dass sie noch jemanden ab Mitte September bräuchten und fragte, ob ich nicht Interesse hätte. Sie schickte mir Bilder und ich spürte sofort, dass da etwas ist.

Ich flog zurück nach Hamburg, um alle Vorbereitungen zu treffen und letzte Shootings zu organisieren.

Am 21.09.2018 ging es dann endlich nach Portugal. Ich hatte zunächst mal große Probleme den richtigen Bus zu finden und habe insgesamt 4 Stunden gebraucht. Ich kam an und eine Meute von Hunden begrüßte uns am Tor. Man kam kaum rein, aber ich habe es geliebt.

Jetzt bestand jeder Tag aus den gleichen Dingen.

Neben mir, gab es noch zwei weitere Mädels. Kennt ihr diese Situationen, wenn man neu ist und die anderen sich schon lange kennen. Du dann auf dich alleine gestellt bist und die Mädels ziemlich egoistisch sind? Diese Situation hatte ich. Meine Schichten habe ich immer alleine gemacht, aber etwas positives hatte es. Ich habe mittags mit den Hunden gekuschelt.


Der Tag sah wie folgt aus.

Morgens um 8:00 fing die Arbeit an. Es gab noch eine Vollzeit angestellte, die uns über den Tag verteilt half. Wir starteten damit alle Hunde aus ihren Gehegen zu lassen und eine Runde zu laufen. Der Trubel der bei den Hunden entstand, könnt ihr euch denken. Die Hunde, die um uns herum ließen, waren ca. 50 stück. Dann wurde gefüttert und Medizin verteilt.

Dann wurde geputzt. Alle Gehege wurden sauber gemacht - Haufen weg geräumt; Decken gewaschen und mit Wasser desinfiziert. Mit so vielen Hunden können natürlich Krankheiten übertragen werden. Viele von euch würden wegen dieser Arbeit eventuell garnicht mit machen. Warum? Ich stand tag täglich in scheiße. In keiner deutschen, nein. In Scheiße, die von Hunden kommen, die Probleme haben. Sei es mit der Verdauung oder einer Krankheit. Besonders bei den Welpen war es schlimm.

Bis alles geputzt war, war es dann auch schon 11. Die Mittagspause stand an. Welpen kuscheln. Kleine Zähne und Pfötchen in den Haaren und überall, wo sie ankommen. Am Abend wurden die Hunde alle in ihre Gehege gesperrt - meist waren es Gruppen aus 2 bis 5 Hunden. 

Ich war glücklich. Ich hatte den Job, den ich immer wollte.

Natürlich schickte ich meiner Familie süße Bilder von Hunden und hoffte darauf, einen mitzunehmen. Im Nachhinein betrachtet - dumm. Einen kleinen gab es. Vom ersten Tag an, hat er mich mit seinen kleinen blauen Augen in den Bann gezogen. Er war anders, als die anderen Welpen. Wenn ich kam, hüpfte er auf meinen Schoß und schlief, während die restlichen auf ihm herum tobten. Ich frage mich heute noch oft. Wäre Figo nicht gekommen, wäre er dann bei mir und würde jetzt neben mir liegen?

Das Tierheim nannte ihn Rover.

Ich nannte ihn - Carl.

Am 05.10.2018 geschah dann etwas, was ich nicht hatte kommen sehen. Die Shelter Besitzerin kam mit drei Hunden zurück. Ein perfekter Mix aus Schokolade und Welpe, eine Dalmatiner Version, die zu klein geraten war und ein kleiner Welpe.

Der Abend brach an und man teilte mir mit, dass dieser kleine perfekte Mix ein wenig anhänglich sei. Man sagte mir, dass er mir hinter laufen wird. Man sagte mir aber auch, dass sich das in ein paar tagen legen wird und das nur die anfänglich Unsicherheit sei. Ich denke heute noch gerne daran zurück. Wäre es so gewesen, wie die Leute es mir prophezeit haben, dann hätte ich jetzt keinen Hund. Dieser kleine Hund hat nicht nach gelassen. Sobald ich weg war, wurde der kleine unruhig. Nach 2 tagen war es so weit. Ich nahm ihn mit ins Haus, als ich Mittagspause hatte. Blöde Entscheidung. Oder? Der kleine hätte so oder so vor der Tür gesessen und wer denkt schon daran, dass sich das derart entwickeln würde?

Unser erstes gemeinsames Foto

Von diesem Tag an schlief er jede Nacht bei mir. Verbrachte jede Minute in meiner Nähe. Wenn ich arbeitete, war er meiste nur ein paar meter entfernt und schlief. Übrigens seine Lieblingsbeschäftigung. Anfangs schlief er noch mit den anderen Hunden im Gehege, doch als er an einem Abend 3x ausbüchste und über einen 3 meter Zaun kletterte. Gaben wir fast auf. Einen Versuch gab es noch. Wir steckten ihn mit einem anderen Welpen in einen komplett geschlossenes Gehege. Eigentlich. Es gab ein kleines Loch. Am nächsten Tag waren beide Hunde frei.

Wisst ihr, was sein Name war? Keiner wusste es genau. Man kann es mit Stille Post vergleichen. Ein paar, so wie ich auch, dachten, er heißt Choto. Anfang dachte ich Schoko. Keiner weiß es. In seinem Pass steht Toto.

Wir machten unseren ersten gemeinsamen Auslug. Mit Rocky und einer Freundin.

Am 18.10. war es soweit und ich verließ ihn, doch am 18.11. kam er zu mir und seit dem ist er mein Begleiter.




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